Nagelpilz

Nagelpilz, dies sei an erster Stelle gesagt, muss stets von einem Arzt diagnostiziert werden. Dieser Artikel soll es Nicht-Medizinern einen kurzen und verständlichen Einblick in das Thema verschaffen und eine erste Hilfestellungen und Informationen zu Anlaufstellen bieten.

Inhalt:

Nagelpilz_Befall
Nagelpilz: Fußnägel fangen zunächst an sich zu verfärben, werden dann brüchig und porös. Illustriert wird hier ein bereits total befallener Zehennagel.

1. Wie bekommt man Nagelpilz? Was sind die Ursachen?

Zunächst einmal: Entwarnung! Viele unserer Kunden bekommen es gleich mit der Angst, der Verdacht auf Nagelpilz (auch Onychomykose genannt; griechisch onych= Nagel, mykes= Pilz) könnte auf mangelnde Hygiene zurückzuführen sein – das ist (meistens!) nicht so. Die Erreger lauern nämlich überall, vor allem wo es warm und feucht ist: Badezimmer, Dusche (vor allem in Gemeinschaftsduschen wie beispielsweise in Fitness-Studios), Sauna oder einfach auf dem Boden, in den Socken oder im Handtuch. Hier findet der Pilz günstige Bedingungen zur Vermehrung vor. Hauptpilz, oder Dermatomykose genannt, ist häufig die Ursache oder die Vorstufe von Nagelpilz.

Da der Mensch tausende Hautschuppen pro Tag verliert, liegt es auf der Hand, dass die Übertragung der Erreger, bspw. beim Barfußlaufen oder dem bloßen Berühren, unausweichlich ist. Die Übertragung der Nagelpilz-Erreger (überwiegend Fadenpilze oder auch Dermatophyten genannt) geschieht also nicht nur von Mensch zu Mensch, sondern auch an sich selbst. Können Sie also bereits Hautpilz an den Zehen oder in den Zehenzwischenräumen feststellen, ist Obacht geboten, denn meist ist Nagelpilz dann die Folge.

Hautpilz_Zehenzwischenraeume
Hautpilz in Zehenzwischenräumen
Nagelpilz_Fadenpilz
Nagelpilz - Fadenpilz

RATGEBER Hygiene

Wie bereits erwähnt, findet der Pilz die besten Bedingungen zur Vermehrung wo es warm und feucht ist. Zehenzwischenräume bieten hier aufgrund der anatomisch bedingten engen Räume und den dadurch entstehenden Wärmestau und Schweiß, eine optimale Grundlage. Hier tragen wir zu den verbesserten Lebensbedingungen der Erreger bei, wenn wir nach dem Duschen/ Baden die Füße, samt Zehenzwischenräume, nicht gründlich abtrocknen. Ähnlich verhält es sich in den Achseln/ Achselhöhlen oder Leisten.

Die Familie der Nagelpilz-Erreger ist groß. Grob wird zwischen folgenden Arten unterschieden:

  • Fadenpilze (ca. 70%)
  • Hefepilze (ca. 10-15%)
  • Schimmelpilze (ca. 15%)

Die Prozentangabe zeigt den Anteil der festgestellten Erreger an. (Quelle: Hellmut Ruck – „Handbuch für die medizinische Fußpflege“).

Aber wie kommt es zur Nagelpilz-Erkrankung und warum?

Die Erreger haben es auf Keratin abgesehen, ein Stoff, der u.a. in den Nägeln und Haaren vorkommt. Der gesunde Nagel an sich ist geschützt vor den Erregern. Wird der Nagel oder das Nagelbett verletzt, nutzen die Erreger dies als Eintrittspforte.

Häufige Ursachen für die Verletzungen sind:

  • Enges und kurzes Schuhwerk
  • Arbeit (Arbeitsschuhe, Stahlkappen, etc.)
  • Verletzungen bei falschem Schneiden der Zehennägel (zu kurzes Schneiden oder wenn die Ecken herausgeschnitten werden)
  • Übertriebene Reinigung des Nagelfalzes
  • Sport
  • Alltags-Verletzungen wie bspw. Stoßen

RATGEBER Fußnägel schneiden

Hier reichen auch Mikrorisse aus. Achten Sie grundsätzlich bei dem Schneiden der Nägel darauf, nicht zu kurz zu schneiden, um nicht das Nagelbett zu verletzen. Ecken sollten nicht herausgeschnitten werden und auch das Nagelfalz sollte nicht übertrieben gereinigt oder gar gefräst werden. Sollte Ihr Dienstleister für med. Fußpflege diese Behandlungsmethoden anwenden, sollten Sie ihn darauf hinweisen. Sollten Sie bereits einen befallenen Nagel haben, benutzen Sie nicht dasselbe (kontaminierte) Schneidwerkzeug für infizierte und gesunde Fußnägel.

Aber auch andere Risikofaktoren, die nicht auf Verletzungen, sondern auf gesundheitliche Ursachen zurückzuführen sind, können zu Nagelpilz führen. Allgemein lässt sich festhalten, dass alle Ursachen, die zu einer Beeinträchtigung des Schutzmechanismus der Haut und des Zehennagels führen, zu Pilz führen können. Hier einige Beispiele:

  • Fußdeformitäten – Reibung und Druck an/ auf dafür nicht vorgesehene Stellen
  • Socken aus Synthetikmaterial und Schuhe, die nicht atmungsaktiv sind, führen zu verstärktem Wärmestau und so zum Schwitzen
  • Stoffwechselfaktoren
    • Durchblutungsstörungen
    • Diabetes mellitus
    • Hormonelle Erkrankungen
  • Medikamenteneinnahme
    • Kortison
    • Antibiotika
    • Zytostatika
  • Mangelnde Hygiene aufgrund Immobilisation

2. Was können Sie gegen Nagelpilz tun?

Grundsätzlich gilt: Je eher Sie dem Nagelpilz an den Kragen gehen, desto schneller sind Sie ihn auch wieder los!

Wir empfehlen Ihnen, Nagelpilz nicht bloß als ‚optischen Makel’ herabzustufen. Sie sollten Ihren Haus- und/ oder Hautarzt aufsuchen und versuchen die Ursache/n zu klären oder zumindest einzuschränken. Um spezifische Therapiemaßnahme einzuleiten bzw. um das richtige Antimykotikum einzusetzen, muss zunächst der Erreger bestimmt werden. Hierzu wird eine kleine Nagelprobe vom befallenen Nagel entnommen und mikroskopisch untersucht. Mit diesem Verfahren lässt sich zunächst klären, ob es sich eindeutig um Nagelpilz oder eine andere Krankheit (beispielsweise Schuppenflechte) handelt. Ist die Untersuchung positiv, folgt der Erregernachweis.

Feststellung der exakten Erreger

In Zusammenarbeit mit dem führenden Institut für Pilzkrankheiten und Innere Medizin "mycoclinic" stellen wir den exakten Erreger fest. Hierzu nehmen wir eine kleine Nagelprobe. Bitte beachten Sie dass das Wachstum der Erreger von Nagelproben mindestens 14 Tage benötigt.

mycoclinic_logo
Kooperationspartner für die Feststellung der Nagelpilz-Erreger: mycoclinic - Institut für Pilzkrankheiten und Innere Medizin unter Leitung von Prof. Dr. med. habil. Hans-Jürgen Tietz

Hat man den Erreger festgestellt, kann der Haus- oder Hautarzt die Behandlung (Lack/ Salbe und ggf. Tabletten) ansetzen. Nun heißt es: Geduldig sein und mitarbeiten.

3. Wie können wir Ihnen helfen?

Wenn Sie Fragen oder einen Verdacht haben, können Sie uns immer ansprechen. In erster Hinsicht verstehen wir uns als schnelle Anlaufstelle bei Fragen und Aufklärung. Wie bereits oben erwähnt helfen wir in Zusammenarbeit mit der mycoclinic – Institut für Pilzkrankheiten und Innere Medizin aus Berlin auch bei der Feststellung des Erregers. Zudem sind wir, in Zusammenspiel mit dem behandelnden Arzt, Ihr Begleiter auf dem Weg zum gesunden Nagel.

Eine regelmäßige Behandlung führt zum Erfolg: Ein gesunder Zehennagel wächst nach

Die Behandlung des befallenen Nagels stellt sich sehr individuell dar. Je nach Art und Grad des Nagelpilz-Befalls, fällt die Behandlung unterschiedlich aus. Folgende Fragen sind zu klären:

  • Liegt ein ärztlicher Befund vor? Ist der Erreger festgestellt?
  • Was ist die Ursache?
  • Handelt es sich um einen totalen Befall oder liegt ein Anfangsstadium der Infektion vor?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine professionelle Behandlung die Genesung Ihrer Nägel fördert und beschleunigt. Eine vorsichtige Entfernung der Sporen durch Abtragen des befallenen Materials ist im fortgeschrittenen Stadium empfehlenswert. Unverzichtbar ist in jedem Fall, unterstützend zu der medikamentösen Behandlung, die vorsichtige jedoch gründliche Reinigung des Nagelfalzes, so dass ein gesunder Nagel nachwachsen kann.

Dieser Artikel soll Sie weder dazu auffordern, unsere Leistungen in Anspruch zu nehmen noch Anleitung zur Selbsthilfe liefern. Wir empfehlen Ihnen bei Verdacht auf Nagelpilz einen Spezialisten aufzusuchen und sich fachkundig und individuell zum Thema „Nagelpilz“ beraten zu lassen. Dies kann Ihr Haus-/ Hautarzt oder ein Spezialist für medizinische Fußpflege liefern.

Haben Sie einen ersten Verdacht oder schon einen Befund? Sprechen Sie uns an – wir helfen Ihnen!


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maki
Mein Name ist Marjan Kovac und ich lebe in Gelsenkirchen. Ich bin Unternehmer und u.a. bei der Medizinischen Fußpflege Kovac für das Marketing und den Ausbau zuständig. Hier erhöhe ich nicht nur den "Männeranteil" der Branche sondern auch die Zugriffszahlen unseres Online-Auftrittes.